Ausblick: Energiegemeinschaften

Seit 2017 ist es in Österreich möglich, mittels einer „Gemeinschaftlichen Erzeugungsanlage“ (siehe Elektrizitätswirtschafts- und –organisationsgesetz 2010; §16a), den Strom, der auf einem Gebäude erzeugt wird, allen Bewohnern/Mietern zur Verfügung zu stellen.
An der Grundstücksgrenze bzw. am Netzanschlusspunkt ist aber dann Schluss.

Energiegemeinschaften

Der nächste Schritt der Strommarkt-Revolution steht mit den „neuen Energiegemeinschaften an.
Konkret sind das die Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft und die Bürgerenergie-Gemeinschaft. Durch die Umsetzung der Europäischen Richtlinien (Erneuerbare Energie Richtlinie und der Strombinnenmarktrichtlinie) in nationales Recht wird es in Zukunft Energiegemeinschaften, auch über die Grundstücksgrenzen hin weg, in gewisser regionaler Entfernung, ermöglicht Strom zu

  • Produzieren

  • Gemeinsam Nutzen

  • Speichern

  • Verbrauchen

  • Handeln

  • Stromnetze zu betreiben (im Fall von Bürger-Energie-Gemeinschaft)

Die nächsten notwendigen Schritte

Vor der Umsetzung der ersten Energiegemeinschaften müssen die entsprechenden EU-Richtlinien (Erneuerbare Energie Richtlinie und der Strombinnenmarktrichtlinie) aber noch in Österreich in nationales Recht umgesetzt werden.

Dazu gelten die Umsetzungsfristen

  • die Strombinnenmarkt-Richtlinie bis zum 31. Dezember 2020
  • die Erneuerbare-Energie-Richtlinie bis zum 30. Juni 2021

Sobald Energiegemeinschaften in Österreich gesetzlich ermöglicht werden, finden Sie hier weitere Informationen dazu.

Energiegemeinschaften sollen dazu beitragen, dass

  • eine Erleichterung für die Verbraucher ermöglicht wird. Der Betreiber soll im Stande sein, seine Energie selber zu erzeugen, zu speichern, zu teilen, zu verbrauchen oder an den Markt zu verkaufen – direkt oder im Rahmen von Energiekooperativen

  • regional erzeugte erneuerbare Energie vor Ort erzeugt und verbraucht werden kann.

  • die energetische Wertschöpfung in der Region bleibt.

  • wirtschaftliche Vorteile und ggf. ein billigeres Stromprodukt angeboten werden.

  • das Energiesystem ökologischer gestaltet wird.

  • Energiegemeinschaften die regionale Gesellschaft (BürgerInnen, KMU, Vereine,…) enger zusammenbringt.

  • eine Steigerung der Akzeptanz erneuerbarer Energie sowie ein Zugang zu zusätzlichem Privatkapital vor Ort stattfindet.

  • neue Energiekonzepte und Geschäftsmodelle ermöglicht werden.

Wichtige Rahmenbedingungen zu Energiegemeinschaft

  • Gewährleistung einer offenen und freiwilligen Beteiligung muss sichergestellt werden

  • Energiegemeinschaften sollen BürgerInnen, Gemeinden und KMU geführt werden

  • der Hauptzweck einer Energiegemeinschaft ist nicht das Erwirtschaften eines finanziellen Gewinns. Soziale, ökologische und wirtschaftliche Vorteile stehen für die Mitglieder im Fokus

Unterschied zwischen der Erneuerbare-Energien-Gemeinschaft und der Bürgerenergie-Gemeinschaft

Die beiden Möglichkeiten der Umsetzung von Gemeinschaften werden in zwei separaten Richtlinien angeführt. So ermöglicht die Erneuerbare Energie Richtlinie (kurz EE-RL) die Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft und die Strommarkt-Richtlinie die Bürgerenergie-Gemeinschaft. Während Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften sich auf alle erneuerbare Energien beziehen, sind Bürgerenergie-Gemeinschaften auf Elektrizität beschränkt,. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist u.a. auch der Beteiligungsradius, der bei Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften enger gesetzt ist als bei Bürgerenergie-Gemeinschaften.

Bürgerenergie-Gemeinschaft können weiters zusätzliche Dienstleistungen bereitstellen wie Energieverteilung, Aggregierung von Erzeugung und Verbrauch, Energieeffizienzdienste und Ladedienstleistungen.